FSV Dörnhagen – TuSpo Grebenstein 3:1 (22:25, 25:19, 25:15, 25:21)

Die Grebensteiner Volleyballer mussten in der Freizeitrunde Kassel ihre zweite Niederlage einstecken. Beim 1:3 bei Tabellenführer FSV Dörnhagen war man am Ende chancenlos.

Nach 3 Jahren musste unser Team mal wieder die ungeliebte Reise nach Dörnhagen antreten. Und wie ernst Dörnhagen, in diesem Jahr überraschend Tabellenführer der Freizeitrunde, das Spiel nahm, wurde schon im Vorfeld deutlich. Zum einen wurde der Spieltag in die Osterferien gelegt, obwohl dies in der Runde eigentlich ausgeschlossen ist, zum anderen wurde von Seiten des FSV ein Rumpfteam angekündigt – am Ende standen die Hausherren mit voller Kapelle in der Halle. Und die (unschönen) Tricks gingen im Spiel weiter. Da die Hausherren sehr viele Spieler zur Verfügung hatten, wurde mit zwei Liberos gespielt. Soweit, so zulässig. Doch der Libero muss zwingend ein andersfarbiges Trikot tragen und damit klar und deutlich von den anderen Spielern auf den ersten Blick erkennbar sein – beim FSV trugen alle Spieler identische Trikots. Und als dann auch noch ein als Libero agierender Spieler Aufschläge machte (auch nach den Volleyballregeln ausgeschlossen), war das Maß erreicht. Die Grebensteiner Proteste wurden von den Gastgebern inklusive des Schiedsgerichts (vom FSV) lapidar mit den Worten „wo steht denn, dass in der Freizeitrunde der Libero keinen Aufschlag ausführen darf?“ abgewiegelt. Hallo FSV, geht`s noch?

Aber um es klar zu sagen: all die kleinen Nicklichkeiten der Gastgeber waren nicht ausschlaggebend für die Niederlage. Bereits im Vorfeld der Partie hatte sich der TuSpo augenscheinlich selbst um alle Chancen gebracht. Es zeigte sich einmal mehr – wir sind in diesem Jahr zwar eine Mannschaft, aber kein Team. Während bei Heimspielen oftmals 12 oder mehr Spieler zur Verfügung stehen, hagelt es zu Auswärtsspielen regelmäßig Absagen. Sei es aus gekränkter Eitelkeit (zu wenig Einsatzzeiten im letzten Heimspiel) oder dass einige Spieler offenbar nur zu Heimspielen zur Verfügung stehen oder aus anderen, offensichtlich wichtigeren Gründen. Die letzte Absage erreichte die Mannschaft eine Stunde vor Abfahrt. Der Mitspieler wollte lieber Training mir einem anderen Team machen als mit uns die Reise nach Dörnhagen anzutreten…..

Und so mussten Spieler in die Bresche springen, die sonst eher weniger Spielzeiten haben aber auf die Verlass ist. Und sie machten ihre Sache recht gut, am Ende machte aber die fehlende Durchschlagskraft im Angriff den Unterschied.

Der TuSpo kam an diesem Abend gut in die Partie. Der erste Punkt ging an unser Team, Eddy Smolenicki verwandelte clever über den Block. Ein Doppelblock brachte die frühe 2:0-Führung, wenig später sorgte eine starke Angriffsfinte von Jens Eichhorn für das 3:1. Der Satz gestaltete sich ausgeglichen. Dörnhagen kam zwar auf 4:5 heran, doch der TuSpo blieb am Drücker. Ein direkter Annahmepunkt von Daniel Lieder brachte das 7:6, ein toller Block, ebenfalls von Daniel, sogar die erste Zwei-Punkte-Führung zum 9:7. Die Hausherren zogen das Tempo an und kamen beim 10:10 zum Ausgleich. Starke Aufschläge von Viktor Lieder ermöglichten einen erstmals einen etwas deutlicheren Vorsprung. Es entwickelte sich ein intensives Hin und Her bis zum 18:13 für unser Team. Grebenstein hielt sich zwar in Führung, doch der FSV ließ nicht abreißen und verkürzte immer wieder, so auch beim 17:20. In der Crunchtime sorgte Eddy Smolenicki mit einem Block für das 21:17 und die nächste Auszeit für Dörnhagen. Daniel Lieder hielt den TuSpo anschließend mit einem starken Angriff weiter in Führung, ehe Hendrik Braun diese mit einem frechen kurzen Netzroller per Ass auf 23:20 ausbaute. Wieder war es Daniel Lieder im Block, der zwei Satzbälle erspielte, und Jens Eichhorn nutzte direkt den ersten mit einem weiteren Ass – 25:22 und der überraschenden 1:0-Satzführung.

Der zweite Satz begann aus Grebensteiner Sicht denkbar schlecht. Nach der Satzniederlage hatten die Gastgeber nun erst recht „das Messer zwischen den Zähnen“. Was folgte waren Regelverstöße des Zuspielers, in dem er sich als Läufer viel zu früh auf seine Zuspielposition bewegte und sich so einen klaren Vorteil verschaffte – alles ohne Ahndung der klaren Aufstellungsfehler durch den Schiedsrichter. Dörnhagen setzte unser Team mit starken Aufschlägen und konsequenter Blockarbeit unter Druck. Bereits beim Stand von 1:5 sah sich der TuSpo  zur ersten Auszeit gezwungen, wenig später folgte beim 3:10 bereits die Zweite. Die Gastgeber nutzten Grebensteins Fehler eiskalt aus und erspielten sich früh eine deutliche Führung. Zwei Asse in Folge von Daniel Lieder stellten auf 6:12, ehe ein Doppelblock von Hendrik Braun und Stefanie Schmacke zumindest kurz für einen Lichtblick sorgte. Jetzt hatte der Spielführer der Gastgeber seinen Auftritt: vor Wut riss er am Netz um dann anschließend auf die Trennwand neben dem Schiedsrichterkasten einzuschlagen. Mit viel Wohlwollen hätte dieses ungebührliche Verhalten noch eine gelbe Karte verdient gehabt – eigentlich mehr. Doch vom Schiedsgericht gab es auch hier keine Reaktion. Die Hausherren, solche Aktionen ihres Kapitäns vermutlich gewöhnt, blieben stabil, erhöhte durch einen starken Block auf 18:12 und ließen unser Team jetzt kaum noch zur Entfaltung kommen. Beim Stand von 24:19 hatte die Hausherren gleich fünf Satzbälle, von denen bereits der erste zum 25:19 genutzt wurde – 1:1 Satzausgleich.

Der dritte Satz begann erneut suboptimal für den TuSpo. Früh gerieten die Grebensteiner mit 1:5 in Rückstand, Dörnhagen erhöhte kontinuierlich den Druck und baute den Vorsprung auf 13:4 aus. Grebenstein musste vorerst abreißen lassen, kämpfte sich jedoch noch einmal heran und verkürzte auf 8:14. Die Gastgeber blieben jedoch analog zum zweiten Satz gnadenlos effizient und zogen zwischenzeitlich auf 20:9 davon. Beim TuSpo lief nun wenig zusammen. In dieser Phase fehlte es an Durchschlagskraft im Angriff und Stabilität in der Annahme, was auch den Spielaufbau erschwerte. Auch im Aufschlag fehlte dem Team jetzt die Konstanz, um Dörnhagen früh unter Druck zu setzen und sich selbst bessere Chancen im Block-Abwehr-Spiel zu erarbeiten. Beim Stand von 24:12 hatte der Gastgeber erneut zahlreiche Satzbälle. Die ersten drei konnte Grebenstein noch abwehren, doch der vierte saß – 25:15 und die Satzführung für Dörnhagen.

Viel besser startete unser Team dann in Satz Nummer vier, konnten sich auch nach ein, zwei Dörnhager Fehlern mit 5:3 einen kleinen Vorsprung verschaffen. Doch die Gastgeber kämpften sich anschließend Punkt für Punkt heran, schafften mit einem Block den 8:8-Ausgleich und drehten dank druckvoller Aufgaben den Spieß zu ihren Gunsten um und gingen mit 11:8 in Führung. Der TuSpo reagierte mit einer Auszeit. Die Gastgeber aber bauten ihren Vorsprung über ihre sehr physischen Angreifer auf 20:15 aus. Daniel Lieder versenkte den nächsten Ball im FSV-Feld und gab damit das Zeichen zu einer kleinen Aufholjagd. Anschließend stand jedoch der Block der Gastgeber. Als Johannes Weldner mit einem Angriff das 18:22 erzielte, hatte Dörnhagen per Auszeit Redebedarf. Die Hausherren traten weiterhin dominant auf, blieben in Annahme und Abwehr stabil und ließ auch im  Angriff kaum nach. Der Vorsprung wuchs weiter an, bis der FSV den Satz am Ende mit 25:21 für sich entschied.

Am Ende steht für Grebenstein eine verdiente 1:3-Niederlage in diesem Auswärtsspiel. Während der erste Satz sehr ansehnlich verlief, zeigten die übrigen Durchgänge, wie konsequent die Dörnhager ihre Chancen nutzten und das Spiel verdient gewannen. Dabei hätten die Gastgeber die vielen kleinen Nicklichkeiten gar nicht nötig gehabt. Bewundernswert, wie unsere Spieler trotz aller Widrigkeiten kühlen Kopf bewahrt haben und für manche Entscheidung und Bemerkung ein Lächeln übrig hatten. Ein Lächeln war dagegen beim Sieger nicht zu sehen ….

Es spielten: H. Braun, J. Eichhorn, D. Lieder, V. Lieder, S. Schmacke, E. Smolenicki, J. Weldner und J. Kühlborn

 

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